- Katasterfläche: 1991 ha
- Einwohner: 2901
- Hohe: 178 m u. NN
Die Gemeinde Dolni Bojanovice liegt in der fruchtbaren Landschaft des Unteren Marchbeckens, durch die Gemeinde fliest das Flusschen Prušanka.
Die altesten Beweise einer urzeitigen Besiedlung der Lokalitat stammen aus der jungeren Steinzeit. Nach den weiteren archaologischen Funden wurde das Gebiet der Gemeinde sowie der Umgebung spater auch von Kelten und Slawen besiedelt.
Der alteste schriftliche Bericht gehort ins Jahr 1196, wo der Olmutzer Furst Vladimir das Dorf namens Boyanowicz dem Pramonstratenserkloster Hradisko u Olomouce schenkte. In der zweiten Halfte des 14. Jahrhunderts gehorte die Gemeinde den Herren von Kunstadt und seit Anfang des 16. Jahrhunderts bis zum Jahr 1848 war sie ein Teil der Herrschaft von Hodonin. Zu den wichtigen Einnahmenquellen der Obrigkeit gehorten die Teichwirtschaft und der Weinbau.
Dolni Bojanovice litt sehr unter haufigen Kriegsstreifzugen, das Gefahr stellen ebenfalls die Brande (die Gemeinde brannte z.B. im Jahr 1863 vollstandig nieder) oder die zerstorenden Krankheiten (Choleraepidemie im Jahr 1867)dar. Wahrend der Befreiungskampfe im Jahr 1945 siedelte hier fur eine Woche der sowjetische Stab des Marschalls Malinovsky.
Die Weinbautradition in der Gemeinde wird auch durch den altesten schriftlichen Bericht uber den Weinbau aus dem Jahr 1738 belegt. Auf einen ausgezeichneten Ruf des „Rieslings von Bojanov“ deutet auch die Tatsache hin, dass er auch an den Wiener Kaiserhof geliefert wurde. Im Jahr 1905 wurde eine landwirtschaftliche Weinbaugenossenschaft Zadruha in Dolni Bojanovice gegrundet, eine der ersten im bohmischen Land. Nur weinige Gemeinden in der Mahrischen Slowakei wurden durch ihr Kultur-, aber auch Religionsleben wie Dolni Bojanovice beruhmt. Hier trifft man reich gezierte Trachten, einen altertumlichen Dialekt sowie die Brauche. Aus den traditionellen Festen sind insbesondere das St.Wenzel-Volksfest (September) und das Weinlesefest (Oktober) oder die Winzerzeremoniell „Zaražani hory“ im August beruhmt. Der St. Wenzel-Sangerchor und das Orchester haben eine langjahrige Tradition, es gibt hier weiter die Blaskapellen Bojane, Šohajka und Liduška, die Zimbalmusikkapellen Morava, Zadruha und Grajcar und weitere Musikkapellen. In der Gemeinde steht auch die Grundkunstgewerbeschule, die von mehr als 300 Schulern besucht wird, seine Tradition hat hier auch das Liebhaber-Theaterensemble. Alljahrlich wird das Fruhlingsfestival (Marz - April) veranstaltet, wo sich die Spitzenkunstler aus dem Inland sowie dem Ausland den Liebhabern der klassischen Musik vorstellen. Die Aufmerksamkeit der Besucher ziehen die Barockkirche des hl. Wenzels aus dem Jahr 1734, die Ende des 19. Jahrhunderts herrichtet wurde, die Dreieinigkeitskapelle, die Kapelle des hl. Florians und des hl. Johannes Nepomuk und auch die reichlich geschnittenen Holzkreuze, die unter Denkmalschutz stehen, auf sich. Der Offentlichkeit ist eine typische mahrische Baude, die sog. Slovacka chalupa zuganglich– das Denkmal der Volksbaukunst mit Hausnummer 217. Geheimnisvoll und bisher nicht vollig erforscht bleiben die Gange im Objekt der bereits erwahnten Weingenossenschaft Zadruha.
In Dolni Bojanovice wurden u.a. geboren: Mons. ThDr. Petr Esterka, der romischkatholische Hilfsbischof fur Brunn und tschechische Kommunitat mit Domizil ausserhalb der Tschechischen Republik; Michal und Růžena Komosny, die Schopfer von Trachten von Podluži; František Vymyslicky, der Autor von oben genannten geschnittenen Holzkreuzen; Ing. Dr. František Esterka, CSc., wissenschaftlicher Mitarbeiter, der sich mit der Problematik Bohr-Spul-Engineering in der Erdolindustrie beschaftigte; Pavel Janeček, der Musiklehrer, Regenschori, Kulturmitarbeiter und Verleger der Musiklehrbucher und Jan Pospišil, der akademische Maler.
www.dolnibojanovice.cz







