• Katasterflache: 1591 ha
  • Einwohner: 1508
  • Hohe: 175 m u. NN

01Der Sage nach bekam diese dichtbevolkerte Gemeinde, die in der unbewaldeten, flachen, landwirtschaftlich intensiv bestellten Landschaft am Bach Svodnice liegt, ihren Namen nach einem breit ausladenden Birnbaum, der angeblich damals in demselben Ort stand, in dem heute das Gemeindezentrum ist.

In schriftlichen Quellen wird die Gemeinde, die hochstwahrscheinlich durch die Kolonisierung irgendwann zu Beginn des 13. Jahrhunderts entstand im Jahr 1368 erstmals erwahnt, als diese der Herrschaft der nahen Burg in Tynec gehorte. Zusammen mit dieser Besitzung kam Hrušky zur Herrschaft von Břeclav (Lundenburg) im 15. Jahrhundert, die von den Liechtensteinern im Jahr 1638 gekauft wurde, und blieb in ihrem Besitz bis zum Jahr 1848. Die Bewohner wurden von zahlreichen Kriegsplagen des Mittelalters sowie der Neuzeit verfolgt, da die Nahe der ungarischen Grenze und die offene Landschaft nicht viele Gelegenheiten zur Rettung boten. Insbesondere der Dreisigjahrige Krieg traf Hrušky sehr markant: zum Schluss blieben von den ursprunglichen 52 Bauerngehoften 48 verodet, wobei die Gemeinde zu den am starksten betroffenen Gemeinden in Sudmahren zahlte. Zuvor hausten hier im Jahr 1605 die ungarischen Aufstandischen unter Stephan Bocskai, dann im Jahr 1673 die Turken. Der Lebenswille setzte sich jedoch jedes Mal durch und die Zahl der Bewohner wuchs schrittweise an. Seit der ersten Republik bis dato wird das Erdol im Kataster der Gemeinde gefordert. Wahrend des 2. Weltkrieges versteckte sich hier kurz mit Hilfe der Einheimischen die Fallschirmtruppe Clay mit ihrem Sender Eva. (Den Fallschirmspringern wurde die Gedenktafel gewidmet, die an der Stelle ihres ehemaligen Verstecks platziert ist.)

Das Gelande mit Weinkellern in der passend dazu benannten Kellergasse verrat eine langjahrige Winzertradition und der „Wein aus Hrušky“ begeistert manche Kenner dieses auserst schmackhaften Getrankes. Die Gemeinde ist daruber hinaus auch mit Mahrischen Weinradwegen gesegnet. Die Geschichte des Weinbaus wird ubrigens auch durch das Siegel der Gemeinde aus dem Jahr 1622 belegt, auf dem ein Winzermesser, eine Traube und ein Birnbaum dargestellt sind.

02Die Gemeinde hat eine reiche religiose Tradition, was u.a. die uberraschende Zahl der Statuen und Kreuze belegt: Insgesamt sind es mehr als zehn Statuen, wobei hier exemplarisch die Statuen des hl. Joseph, des hl. Johannes Nepomuk, des hl. Michael und der Dreifaltigkeit, alles Werke vom Ende des 19. Jahrhunderts, genannt werden sollen. Ebenso nennenswert ist selbstverstandlich die Dominante der Gemeinde, die Kirche des hl. Bartholomaus aus dem Jahr 1861, die mit einer Glocke mit einer tschechischen Aufschrift aus dem 17. Jahrhundert verziert ist.

Hrušky ist oft durch Folkloreleben gekennzeichnet. Die gesangsfrohen Leute werden vor allem durch den popularen mannlichen Sangerchor, sowie dem Madchenchor und dem volkstumlichen Kinderensemble Jatelinka erhalten und erweitert. Die authentischen Volkslieder, die Trachten sowie Tanze kann man alljahrlich bei dem traditionellen Bartholomaus- Trachtenfest sehen, das am Namenstag des Schutzheiligen der hiesigen Kirche am 24. August stattfindet. Zu den weiteren regelmasigen Veranstaltungen gehoren auch der Tag der offenen Keller im Juli und die Schau von Wein und Kase im Marz.

Zu den mit der Gemeinde verbundenen Personlichkeiten gehort der ehemalige tschechoslowakische Reprasentant und Rekordmeister, der Laufer Bohumir (Bob) Zhaňal, der hier seine Jugendzeit verbrachte.

www.hrusky.cz

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