• Katasterfläche: 5485 ha
  • Einwohner: 3742
  • Hohe: 164 m u. NN

01Die sudlichste Gemeinde im Mahren, die Stadt Lanžhot, hat einen weitraumigen Kataster, dessen Grosteil sich auf der Aue beim Zusammenfl uss der Flusse Thaya (Dyje) und March (Morava) erstreckt. Hier findet man die regelmasig uberschwemmten Auenwalder und Auenwiesen – die einzigartigen und ausergewohnlich erhaltenen Biotope mitteleuropaischer Bedeutung, dessen Flache ohnegleichen in der Tschechischen Republik ist. Der Name dieser Gemeinde wird zum ersten Mal im Jahr 1384 in der Form Lanczhut oppido erwahnt und die Bedeutung des deutschen Namens Landshut weist auf die damalige Funktion der Gemeinde an der Grenze von drei Landern hin – Mahren, Ungarn und Osterreich. Durch die gegenwartige Stadt marschierten vielmal die einheimischen sowie auslandischen Heere in der Vergangenheit, wobei die Auswirkungen fur die Bewohner nicht selten gleich waren. Interessant ist, dass die seit dem Jahr 1496 dem Geschlecht von Liechtensteiner gehorende Gemeinde die Auswirkungen des zerstorenden Dreisigjahrigen Krieges wie die Lokalitaten in der Umgebung nicht so intensiv erlebte, dafur aber wurde sie bereits im Jahr 1605 beim Einfall von ungarischen Aufstandischen unter Stephan Bocskai vollig ausgeplundert und niedergebrannt. Harte Kampfe erfolgten hier am Ende des zweiten Weltkrieges, vom 5.–11. April 1945. Der Ort Lanžhot, der in den oben genannten Jahren der Knechtschaft als der einzige Ort im gesamten bohmischen und mahrischen Grenzland nicht Deutschland zufiel, sondern Teil des Protektorats blieb, war die erste befreite mahrische Gemeinde. Der Preis dafur war jedoch schrecklich – viele tote und verletzte Bewohner, teilweise Zerstorung der Gemeinde und einige Hunderte gefallene sowjetische Soldaten, wovon viele bis heute in den unbekannten Grabern in den Waldern zwischen dem Fluss March (Morava) und dem Ort Lanžhot liegen.

Seit dem Jahr 1900 wurde die Gemeinde als Marktflecken bezeichnet, am 27. Juni 2001 erhielt Lanžhot den Stadtstatut.

Heutzutage lebt sie mit einer ausergewohnlich abwechslungsreichen Tradition der Volksfeste und Gebrauche, der charakteristische Dialekt ist bisher sehr verbreitet. Wahrend des Kirchweihfestes, das mit dem Maibaumaufstellen von Hand mit einer Lange von vierzig Meter begleitet wird und Mitte September stattfindet, kann man immer noch zig Paare hiesiger Dorfburschen und Madels in der herrlichen Volkstracht sehen. Diese zieht sich jedoch die Dorfjugend auch an anderen mit Kirchfesten und Zeremonien verbundenen Festtagen oder bei den Vergnugungen an, wie z.B. der Trachtenball (Januar) oder Fasching (Februar). Beliebt ist auch das Treffen der Volkszahler „O lanžhotsky přegulňak“ im August. Ihren Ruhm gewannen der hiesige mannliche und weibliche Sangerchor, bekannt ist auch die Blasmusikkapelle Lanžhotčanka.

02Aus den Denkmalern verdient Beachtung die Kirche der Erhohung des Heiligen Kreuzes, die aus dem Jahr 1550 stammt, jedoch mit Beihilfe des Fursten Johannes von Liechtenstein im Jahr 1893 vollig umgebaut wurde. Unter Denkmalschutz stehen auch die Statue des Rotarmisten und die Kapelle bei der Strase in den Nachbarort Kostice; bis heute findet man hier die traditionellen Hauser mit dem gemalten Vorbau vor der Haustur und den Volksornamenten. Es ist moglich, sich mit der Geschichte sowie Volkerkunde von Lanžhot im hiesigen Museum vertraut zu machen.

Durch die Gemeinde fuhrt auch der Mahrische Weinradweg und als Tipp auf eine Naturmerkwurdigkeit kann man die Naturschutzgebiete Ranšpurk und Cahnov – Soutok nennen, von denen Waldteile mit Urwaldcharakter geschutzt werden. Der Blick auf die Flussarme mit Altwasser, stehenden Gewasser oder die Erhohungen – die Gipfel der Sanddunen stellen ein einzigartiges Erlebnis fur den Naturliebhaber dar. Das gesamte Gebiet ist daruber hinaus eine bedeutende Fundstatte einer ganzen Reihe von Tierarten, Pflanzen und Pilzen und wurde nach der Ramsar-Konvention als Sumpf von internationaler Bedeutung erfasst.

Die hiesigen Personlichkeiten werden wie folgt vertreten: Sangerin der Volkslieder Božena Šebetovska, die Komponisten dieser Lieder Rozalie Horakova und Vojtěch Bartoš, der Musikkomponist Metoděj Prajka, der Leiter der Luftlandetruppe Clay – Eva Antonin Bartoš, der Regierungskommissar in Břeclav (Lundenburg) nach dem Jahr 1918 Josef Pyskaty und auch der Ministerialrat und Verfasser des Szenarios zum Film „O děvčicu“, dem ersten Film mit der volkstumlichen Thematik bei uns.

www.lanzhot.cz

loga