• Katasterfläche: 1530 ha
  • Einwohner: 1942
  • Hohe: 165 m u. NN

01Das durch archaologische Ausgrabungen beruhmte Dorf in der nicht weiten Slawischen Burgstatte in Mikulčice befindet sich sudwestlich von der Stadt Hodonin, am Flusschen Kyjovka. Die fruhmittelalterliche Burgstatte befand sich im Dorfkataster in der Nahe des Flusses March (tschechisch Morava) und gehorte im 9. Jahrhundert zu den bedeutendsten Zentren des Grosmahrischen Reiches. Der Name ist nicht erhalten geblieben, genauso wenig wissen wir leider, welche Funktion die Burgstatte in der Staatverwaltung, in Wirtschaftsund Religionssachen erfullte. Die gesamte besiedelte Flache der Anlage kann auf 30-50 Hektar geschatzt werden. Nach dem Untergang des Grosmahrischen Reiches durfte vielleicht ein Teil der Bevolkerung der Burgstatte in den Raum des heutzutage bebauten Teils von Mikulčice auswandern, wovon es archaologische Funde gibt, die in 10. bis in erste Halfte des 11. Jahrhunderts datiert werden.

Mikulčice wird 1141 erstmals schriftlich erwahnt, damals war es im Besitz der Grospfarrei Lundenburg (tschechisch Břeclav). Im Hochmittelalter standen auch zwei Festungen im Kataster von Mikulčice, die offenbar in der unruhigen Zeit der Hussitenkriege untergingen. Wahrend des ganzen Mittelalters sowie der fruhen Neuzeit wurde das Dorf durch Einfalle von benachbarten Ungarn geplagt, im 19. Jahrhundert leidet es an haufigen Fluten sowie mehrmaligen Branden. Mit Beginn der Erdol- und Lignitforderung im bereits erwahnten 19. Jahrhundert wandelt sich der Charakter des Dorfes mit landwirtschaftlichen Arbeitern um. Im Jahr 1951 wurde das Nachbardorf Těšice dem Ort Mikulčice angeschlossen.

Hier sind CM Slovacko sowie CM Slovacko mladši (jr.) tatig, weiter Chasa Mikulčice, der Mannerchor und auch der Kirchenchor und das Orchester mit mehr als Hundert Teilnehmern aus der Gemeinde und Umgebung.

Die Trachtkirchweih mit Volksfest findet jeweils am dritten Sonntag in August im Dorf statt, und zwar zusammen mit der Veranstaltung Wein und Heurige aus den offenen Kellern; es gehen ihr die Kost von Branntweinen im Januar, der Trachtenball im Februar, die Weinkost im April und das Festival der offenen Keller im Juni vorher. Unvergesslich sind auch die eindrucksvollen Weihnachtskonzerte. Im Gelande der Slawischen Burgstatte findet alljahrlich am 5. Juli die Kyrill- Method-Kirmes unter Beteiligung von den grosten orthodoxen Wurdentragern statt, im Mai treffen hier in der Orthodoxen Kirmes die in der Tschechischen Republik wohnhaften bulgarischen Burger zusammen und im Juni findet hier eine Griechisch-katholische Kirmes statt. Kein Wunder, dass Mikulčice Trager des Preises des Rudolf II. fur vorbildliche Beziehung zur Kultur ist. Aus Sportveranstaltungen errang das Renommee das Strasenrennen „Das grose Mahren“, das in den Grand-Prix-Wettkampf aufgenommen wurde.

Die Denkmale sind naturlich von der oben genannten Slawischen Burgstatte in Mikulčice mit zwei Ausstellungen vertreten (Das grosmahrische Mikulčice – Furstenburg in der Talaue des Flusses March und das grosmahrische Mikulčice – Zweite Kirche und Sakralarchitektur der Furstenburg) und mit der Besichtigungstrasse, die Fundamente einiger entdeckten Kirchen und die der Furstenburg den Besuchern naher bringt. Eine bestimmte Besonderheit ist hier die direkt im Gelande der Burgstatte tatige Poststelle Velkomoravske Mikulčice (Das grosmahrische Mikulčice). Es ist hier auch die Arbeitsstatte des Archaologischen Institutes der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik in Brunn tatig.

Direkt im Dorfkern steht die gotische Kirche der Himmelfahrt der Jungfrau Maria, wo ein einzigartiger Altar aus den im Flussbett der March gefundenen Eichenstammen zu sehen ist. Vor der Kirche fanden die Barockstatuen des hl. Ulrichs und des hl. Johannes Nepomuk ihren Platz, und ein Stuck weiter im Park ist ein Holzkreuz, sog. Lekavych křiž aufgerichtet, ein reich geschnitztes Werk des volkstumlichen Holzschnitters, František Vymyslicky aus Dolni Bojanovice. Die Kapelle des hl. Rochus (nationales Kulturdenkmal) am Friedhof wird vom gemalten mahrischslowakischen Vorbau vor der Haustur (sog. „žudro“) geziert. Mit diesem Vorbau ist auch das Pfarr-und Rathaus geziert, wo die Statuengruppe des hl. Kyrills und Methodes steht. Erwahnenswert ist auch das Gelande der sog. Bauden von Těšice beim Weg nach Lužice, bzw. die Mikultschitzer Keller bei der Jagerhutte, und die Grube Frieden (Mir) mit Lignitforderung. Fur einen Waldausfl ug kann das Naturschutzgebiet Skařiny mit Vogelhecke des Weisstorches und des Graureihers empfohlen werden. Die Umgebung dieser Lokalitat wurde in den Naturpark Mikulčicky luh umgefasst.

An der imaginaren Spitze von Landleuten aus Mikulčice steht bestimmt der Komponist von vielen bekannten mahrisch-slowakischen Liedern, die volkstumlich wurden, der Veranstalter des volkerkundlichen Lebens in Podluži und Mitgrunder und Chefredakteur der volkerkundlichen und heimatkundlichen Zeitschrift der Mahrischen Slowakei Malovany kraj („Gemalte Gegend“) František Hřebačka, mehr als Fanoš Mikulecky bekannt. Ausser ihm stammen von hier auch der Divisionsgeneral in der ersten Republik, spaterer Haftling des kommunistischen Regimes, František Nosal oder akad. Bildhauer Jaroslav Jurčak und akad. Maler Pavel Vavrys. Im Kampf gegen die Nazis starb der Flieger des 311. Bombengeschwaders in Grosbritannien, Rudolf Bolfik.

www.mikulcice.cz

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