- Katasterflache: 1260 ha
- Einwohner: 4082
- Hohe: 207 m u. NN
Die Gemeinde befindet sich nordlich von der Stadt Hodonin, von drei Seiten mit dem weitraumigen Waldkomplex Doubrava umgeben.
Das Gebiet von Ratiškovice wurde wahrscheinlich ohne langere Unterbrechungen, seit dem jungeren Palaolithikum besiedelt. Dies beweisen auch die archaologischen Funde von wohl allen folgenden Zeitraumen bis zum Einzug der Slawen. Der erste schriftliche Bericht uber die Gemeinde bezieht sich auf die Urkunde des olmutzen Bischofs Jindřich Zdik aus dem Jahr 1131. Im 14. Jahrhundert gehorte Ratiškovice zum Besitz der Markgrafen von Mahren, danach wechselten in der Haltung die verschiedenen Landedel-, aber auch herrschaftlichen Geschlechte (z.B. die Pernsteiner, Herren von Leipa, die Liechtensteiner, die Czobor). Unruhig war es hier wahrend der Hussiten- sowie folgenden bohmisch-ungarischen Kriege, als in der unmittelbaren Umgebung der Gemeinde gleich einige Siedlungen zugrunde gingen (z.B. Jarohněvice, Roztrhanky). Der zerstorende Streifzug von ungarischen Aufstandischen unter Stephan Bocskai erfolgte im Jahr 1605, die Zahl der Bewohner reduzierte sich markant wahrend des Dreisigjahrigen Krieges. Im Jahr 1762 kam die Gemeinde in direkten Besitz der herrschenden Habsburger Dynastie. Damals hatte sie noch einen landwirtschaftlichen Charakter, die Umwandlung stand seit Mitte des 19. Jahrhunderts bevor, als hier die Ziegelfabrik entstand, und vor allem seit Anfang der 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts - mit dem Aufbau der damals modernsten europaischen Lignitgrube Tomaš (heutzutage geschlossen), die nach seinem Grunder, dem Industriellen Tomaš Baťa genannt wurde. Im Zusammenhang mit der Forderung wurde auch die Waggonbahn in die Bahnstation in Rohatec errichtet, damit das geforderte Gestein in die Bata-Fabriken in Zlin befordert werden konnte, weiter wurde die Kolonie von mehr als 30 modernen Doppelhausern gebaut, die von den Angestellten der Grube bewohnt wurden, dieser Ortteil heist Baťovka.
Von den traditionellen Veranstaltungen in der Gemeinde kann man die Trachtenballe im Januar oder das Trachtenfest im Oktober besuchen. Im Mai erfolgt das traditionelle Zusammentreffen des mannlichen und weiblichen Sangerchors im Gelande der Weinkeller in Slavin namens Singen unter dem Gipfel Naklo, am Festtag des hl. Kyrill und Method (5.7.) findet die Wallfahrt beim Lilienkreuz auf dem Gipfel Naklo statt. Der zweite Julisamstag ist dem internationalen Festival der Blasmusikkapellen gewidmet. Auch heutzutage spielt eine grose Rolle die Folklore in Ratiškovice. Hier sind die Kinder- Zimbelkapelle, das Kinderfolkloreensemble, das Ensemble Ratiškovska Dolina, der Mahrisch-slowakische Zirkel, der Mannliche Sangerchor oder der immer popularer weibliche Sangerchor Robky ze Sečky tatig. Hier spielen auch die Blasmusikkapellen Dolanka und die jugendliche Kapelle Vesela muzika. Die grosen Erfolge im Fusball erreichte vor einiger Zeit der FK Banik Ratiškovice im modernen Sportareal, der sogar im Finale ČMFS im Jahr 2000 spielte.
Hier steht das Museum „Im Waggon“, das in zwei Eisenbahnwagen platziert ist und vor allem uber den Bergbau in Ratiškovice und der Umgebung informiert. Seinen Besuch kann man mit einer kurzen Sonderfahrt auf dem bereits erwahnten ehemaligen Bahnanschluss in Richtung Rohatec verbinden. Die Denkmaler der Gemeinde werden z.B. von der Kapelle des hl. Joseph aus dem Jahr 1850 oder die nur sieben Jahre altere Kirche des hl. Kyrill und hl. Method vertreten, wo die wahrscheinlich gotische Holzstatue der Madonna mit Christkind zu fi nden sind. Oberhalb der Gemeinde, auf dem hochsten Gipfel der Unteren Marchebene – dem oben genannten Naklo, wurde als Erinnerung an die Mission des hl. Kyrill und Method ein sieben Meter langes Lilienkreuz im Jahr 2004 installiert. Eine Wanderung verdienen ganz bestimmt die Walder Doubrava. Obwohl der Name vom Eichenforst abgeleitet wurde, befinden sich hier fast keine Laubbaume mehr, da es zu einer umfangreichen Abholzung im 18. Jahrhundert kam und die Sandsturme die Dunen mit einigen Zehner Meter auf den offenen Flachen bildeten. Das Problem wurde mit einem Kieferbestand gelost, trotzdem ist dieses Gebiet mit seiner Zusammensetzung mit Gobi, der trockensten Wuste auf der Welt gleich. Von hier aus stammt auch die markige unoffizielle Bezeichnung dieses Waldkomplexes – Die Mahrische Sahara.
Aus der Gemeinde stammt eine ziemlich lange Reihe von bedeutenden Landsleuten, u.a. der Professor der Ethnologie und Verfasser von einigen grundlegenden Fachpublikationen aus diesem Bereich Vaclav Frolec, der Ballettmeister und Choreograf des Nationaltheaters in Brunn Ivan Přikasky, der Bildhauer Miroslav Kovařik, der Keramiker Karel Němec, der Verfasser der Bucher uber die Gemeinde František Toman oder die Kampfer gegen Nazismus Jaroslav Kotasek oder Vit Přikasky und der Papstpralat Viktor Mlejnek.







