• Katasterflache: 1160 ha
  • Einwohner: 1054
  • Hohe: 173 m u. NN

01Die Gemeinde befindet sich am Abhang zwischen dem Flusschen Kyjovka und der Verkehrsstrasse, die die Orte Břeclav und Hodonin verbindet, am Rande des Auenwaldes im March-Gebiet. Ihr Name bedeutet im Alttschechischen einen umzaunten Ort.

Tynec ist eine der altesten Siedlungen im sudostlichen Mahren und der einzige Wallfahrtsort in Podluži. In den schriftlichen Quellen wird diese zwar erst im Jahr 1244 erwahnt, als diese im Besitz von Markvart von Tynec war, die slawische Besiedlung gab es hier zweifellos viel fruher. Nach einigen Berichten wurde die Gemeinde sogar vom Fursten Břetislav I. im Jahr 1030 der Kirche des hl. Paulus in Olmutz geschenkt. Eine wichtige Rolle spielte hier auch die hiesige Burg (oder Festung), deren geringe Uberreste am sudostlichen Rande der Gemeinde zu finden sind. Wahrend der Hussitenkriege wurde sie durch die Besatzung des Schwiegersohnes von Siegmund, des osterreichischen Herzogs und des Markgrafen von Mahren Albrecht besetzt, und im Jahr 1426 wurde sie daher – ohne Erfolg – von Hussiten umgelagert. Sie ging wahrscheinlich in den 60er Jahren des 15. Jahrhunderts wahrend der Podiebrader Kriege unter, wenn auch wieder die Angaben auftauchen, dass im 16. Jahrhundert diese instandgesetzt wurde und die letzte Erwahnung daruber sollte bis auf das Jahr 1623 hinweisen. Die Gemeinde selbst wechselte sehr oft ihre Besitzer und wurde zum ersten Mal ein Stadtchen im Jahr 1384 genannt, im Jahr 1580 wurde sie jedoch von einem Brandstifter in Flammen gesetzt; haufige Prufungen fur sie sowie die gesamte Landschaft brachte insbesondere das 17. Jahrhundert mit sich. Im Jahr 1605 wurde Tynec von ungarischen Aufstandischen unter Stephan Bocskai niedergebrannt, vierzehn Jahre spater vom Kaiserheer ausgeplundert, die Qualen brachten auch die weitere Fortsetzung des Dreisigjahrigen Krieges sowie das Jahr 1663 – der Streifzug von Turken. Auch in dieser Gemeinde setzte sich die Erneuerung sehr langsam fort...

02Zum Gluck erhielten sich hier bisher die Volksgebrauche, -kleidung sowie –lieder. Die bedeutendste Traditionsveranstaltung ist das Kirchweihvolksfest „pod zelenym“, das Anfang September (nach dem Festtag der Enthauptung Johannes des Taufers) stattfindet, wo man die Vielfalt der Tracht von Podluži gleich bei einigen Zehner der unverheirateten einheimischen sowie auswartigen Jungs und Madels, bewundern kann. Der Trachtenball wird im Januar oder Februar; die Traditionsveranstaltung Tanzkranzchen „Divči vinek“ dann im November veranstaltet. In der Gemeinde gibt es zwei Sangerchore, die an dem Gesellschaftsleben teilnehmen: Es geht um den mannlichen Sangerchor und den gemischten Kirchenchor. Das Kulturgeschehen wird ebenfalls von dem Kindergarten und der Grundschule erganzt, die alljahrlich die Weihnachtsakademie, den Kinderkarneval, die Feier des Muttertages, das Programm zum Kindertag, die Ausstellungen der Kinderwerke usw. vorbereiten. Aus den Denkmalern ist die Dominante der Gemeinde sehenswert – die Wallfahrtkirche Enthauptung Johannes des Taufers, die aus dem Jahr 1760 stammt und mehr als ein hundert Jahre lang erweitert wurde. Weiter kann man die Schule aus dem Jahr 1832 nennen, die im Jahr 1885 umgebaut wurde, und auch die unter Denkmalschutz stehende Eiche unter der Kapelle der hl. Maria bei dem Weg nach Tvrdonice. Auf seinem Stamm merkt man bestimmt ein Bild der Madonna mit Jesu Kind: zu diesem Ort knupft sich eine Legende an, es soll hier die Mutter Gottes einem Soldaten erschienen sein. Beim Versuch, das Bild in die Kirche in der nahe gelegenen Ortschaft Moravska Nova Ves zu transportieren, konnten die Pferde den Wagen gar nicht bewegen, und deshalb blieb es hier.

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