Es geht um den südlichsten Teil der Mährischen Slowakei. Der Ort Podluží erhielt seinen Namen von stehenden Gewässern, die auch in der Gegenwart ein unabdenkbar Teil der Auenlandschaft sind, in der Region Hodonínsko dominiert dann ihr natürliches Zentrum – die Stadt Hodonín.
Man redet über ein Paradies von Anglern, Jägern, Biologen und überhaupt allen jenigen, die eine ausgeprägte Schönheit der Auenlandschaft mögen. Vor allem die Ornithologen kommen hier auf ihre Kosten, die mehr als 250 Vogeltypen hier treffen. Was die Raubvögel angeht, ist dieses Auengebiet wahrscheinlich die reichste Lokalität Mitteleuropas; hier nisten sogar elf Arten regelmässig. Nennen wir mal mindestens den Rotmilan, Seeadler, Östlichen Kaiseradler und Sakerfalke. Auch die Entomologen sagen, dass die Auenwälder in Soutok die reichste Lokalität Mitteleuropas sind. Zu den schönsten Käfern gehören die Prachtkäfer, von denen hier mehr als 50 Arten leben, was die Hälfte der Arten dieser Gruppe darstellt, die sich in der Tschechischen Republik befi nden. In den Flüssen, stehenden Gewässern, überfl uteten Lokalitäten nach der Tonförderung usw. leben insgesamt 49 Fischarten. Praktisch überall in der Nähe von Wasserläufen entdeckt man die Spuren des Bibers, der zu uns aus Österreich gekommen ist und in den Auenwäldern die idealen Bedingungen für sein Leben gefunden hat. Im September erfolgt dann regelmässig die Brunftzeit der Hirsche und Ende Oktober auch der Damhirsche. Der Brunftschrei der kämpferisch gelaunten Hirsche und das Grunzen der Da- mhirsche gehört zu den unvergesslichen Erlebnissen aus den Herbstwäldern.
Podluží und Hodonínsko sind ein buntfarbiges Gebiet, in dem sich die einzigartigen Natur- und Kulturwerte vereinen. Ein Teil des Gebietes greift in die Kulturlandschaft Lednice (Eisgrub) – Valtice (Feldsberg) ein, und liegt gleichzeitig im Biosphärischen Naturschutzgebiet Dolní Morava, das auch den Status UNESCO trägt. Man findet hier viele Lokalitäten, die Teil des gesamteuropäischen Systems des Naturschutzes Natura 2000 sind. Im Gebiet befinden sich auch die Sümpfe, die unter der internationalen Ramsar-Konvention über den Schutz von Sümpfen eingebettet sind.
Die Auenwälder in den breiten Flussauen von Dyje (Thaya) und Morava (March) gehören zu den reichsten Ökosystemen Mitteleuropas. Aus der Gesamtfl äche der Auenwälder in der Tschechischen Republik findet man hier das ganze Viertel! Der Wert dieser Landschaft liegt jedoch nicht nur in der Vielseitigkeit von Pflanzen- und Tierarten, sondern auch in der Geschichte der Entwicklung ihres massgebenden Phänomens – des Auenwaldes.
Das Ökosystem dieses Waldes begann, sich nach der letzten Eiszeit zu entwickeln, ungefähr vor 10 000 Jahren. Seine gegenwärtige Form wurde jedoch massgebend von Menschen beeinträchtigt. Die charakteristischen Teile des Waldes mit riesigen Eichen entstanden als eine wirtschaftliche Absicht der Förster, daher gehören hier bereits seit 18. Jahrhundert auch die Orte mit Schlagfl ächen und jungen Beständen, die ein Mal reifen und von zukünftigen Generationen bewundert werden. Die dauerhafte Schönheit und ökologische Stabilität der Auenwälder wird durch genug Wasser und gleichmässige Vertretung aller Alterskategorien der Waldbestände sichergestellt.
Der ursprüngliche „natürliche“ Auenwald hatte einen ganz anderen Charakter als heutzutage. Seine gegenwärtige Form mit überwiegend Stieleiche und schmalblättriger Esche wurde von Liechtensteinischen Förstern im 19. Jahrhundert geschaffen. Im großen Mass wurden die Eicheln in den landwirtschaftlich bereiteten Boden ausgesät, der noch einige Jahre lang parallel zum Anbau der Landfrüchte benutzt wurde. Erst dann überwog der Wald. Es fällt also keinem heutzutage ein, dass die gegenwärtigen Auenwälde Podluží mit ihrer Herrlichkeit und abwechslungsreichen Pflanzenund Tiergemeinschaften eigentlich ein vom Mengen geschafftes Ökosystem sind!
Man unterscheidet die Hartholzaue und die Weichholzaue nach dem Vorkommen der Harthölzern oder Weichhölzern
In der Weichholzaue, wo der Grundwasserspiegel während des ganzen Jahres hoch steht, und es oft zu Überschwemmungen kommen, kommen die Gemeinschaften vor, deren Basis überwiegend Silber-Weide, Fahl- Weide, Schwarz-Erle und Grau-Pappel. Aus den Sträuchern sind häufig Asch-Weide, Faulbaum, Gewöhnlicher Spindelstrauch vertreten. Interessant ist auch der seltene Vorkommen der Liane der Wilden Weinrebe, Podluží ist die einzige bekannte Lokalität in der Tschechischen Republik. In der Hartholzaue sind Gehölze dominant, wie Stieleiche, schmalblättrige Esche, Rotulme In trockeneren Lokalitäten sind darüber hinaus Feldahorn, Hainbuche und Winter- Linde. Im reichen Strauchschicht überwiegen Weißdorn, Gewöhnlicher Spindelstrauch, Gewöhnlicher Schneeball, Blutroter Hartriegel und weitere. Eine ganz spezifische Kategorie sind die Auenwiesen, die sich in einer ganzen Reihe von Typen in Abhängigkeit vom Grundwasserspiegel entwickelten. Diese Wiesen spielen eine bedeutende Rolle auch im Leben einiger Fischarten, die diese während der Überschwemmung zur Fortpfl anzung benutzen.







