01Biosphärisches Naturschutzgebiet Dolní Morava
Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur UNESCO errichtet in einzelnen Staaten die biosphärischen Naturschutzgebiete (BR) als Exemplare einer ausgewogenen Beziehung der menschlichen Aktivitäten in der Landschaft und der Umwelt. Im Jahr 2007 waren es mehr als 500 auf der Welt, davon sechs in der Tschechischen Republik. BR Dolní Morava wurde im Jahr 2003 erklärt und stellt die Gebiete dar, die mit ihrer Vielfältigkeit und mit ihren abwechslungsreichen Pflanzen- und Tierarten nirgendwo anders in unserer Heimat zu finden ist. Auf einer Fläche, die nur etwas mehr als 350 km2 größer ist, entdeckt man neben den großen Denkmal- und Kulturwerten auch die Gebiete, wo die einzigartigen Teile der Natur erscheinen. Man kann die weiträumigen Komplexe des einzigartigen Auewaldes und der Wiesen auf den Unterläufe der Flüsse Kyjovka, Dyje (Thaya) und Morava (March). Ein Teil von BR ist auch eine harmonisch komponierte Kulturlandschaft Lednice (Eisgrub) und Valtice (Feldsberg), die auch in Podluží eingreift.

Natura 2000 ist ein System der Lokalitäten auf dem Gebiet der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, wo die erhaltenen Standorte und die seltensten und gefährdersten Tier- und Pflanzenarten geschützt werden. Das Ziel ist es, ausser der Erhaltung der biologischen Vielfältigkeit und der Verbesserung des Zustandes der Naturstandorte, auch eine Harmonie zwischen den Interesses des Naturschutzes und der umweltbewussten Wirtschaft in den jeweiligen Lokalitäten zu schaffen. Die Gebiete, die ein Teil dieses Systems werden sollen, werden von einzelnen Mitgliedstaaten vorgeschlagen und dem Antrag selber geht ein langer Prozess der Informationssammlung, Mappierung der Lokalitäten und Arten und auch die Anhörungsverfahren hervor. Natura 2000 wird von zwei Grundkategorien gebildet. Die erste davon sind sog. Vogelschutzgebiete (SPA) und die andere die Gebiete der gemeinschaftlichen Bedeutung (SCI). Die Vogelschutzgebiete sind Gebiete, die genau festgelegten Kriterien für das Leben oder die Fortpflanzung der Vögel erfüllen. In der Regel handelt es sich um die Vogelhecken, Überwinterungsorten oder regelmässigen Sammlungsorten z. B. der Zugvögel. Die Erklärung von Gebieten der gemeinschaftlichen Bedeutung dient wiederum zur Erhaltung, oder Erneuerung von Naturstandorten, auf denen sich die seltenen Tier- oder Pflanzenarten befinden. Im Gebiet Podluží und Hodonínsko befinden sich gleichzeitig einige Gebiete der gemeinschaftlichen Bedeutung der Natura 2000.

Vogelschutzgebiet Soutok - Tvrdonicko ist ein Auekomplex, der sich durch ein Netz von Wasserkanälen, Sümpfe, periodisch überschwemmten Auewiesen, Waldbeständen und einzeln wachsenden Eichen auszeichnet. Dieses abwechslungsreiche Angebot an Naturstandorten bietet vielen Vogelarten die idealen Bedingungen für das Leben und die Fortpfl anzung. Aus den bedeutenden Arten kann man hier Halsbandschnäpper, Mittelspecht, Eisvogel, Grauspecht oder die Raubvögel Wespenbussard, Rotmilan und Schwarzmi- lan, Östlichen Kaiseradler oder Sakerfalke finden. Das Gebiet ist ein bedeutender Aufenthalts- und Sammelort von Wasser- und Zugvögeln.

02Vogelschutzgebiet Hovoransko - Čejkovicko es befindet sich zwischen den Gemeinden Čejkovice, Hovorany und Vrbice und zeichnet sich durch zerstreutes Grüne und einen dichten Strauchbestand aus, die Feldstrassen, Waldränder und die Ufer der Wasserläufe säumen. Auf diesem nicht großen Gebiet ist eine traditionelle Wirtschaft erhalten, dank der eine geeignete Umgebung für Vorkommen von vielen Vogelarten erhalten blieb; der Bedeutendste ist Ortolan, der hier einige zahlreichere Vogelhecken in der Tschechischen Republik gefunden hat. Weitere bedeutende Vogelarten sind Blutspecht, der in alten Obstgärten siedelt, und Sperbergrasmücke, die in den Strauchstreifen entlang der Feldstrassen lebt.

Gebiet der gemeinschaftlichen Bedeutung Niva Dyje (Aue Thaya) ist ein sehr wertvoller Flussabschnitt des Flusses Dyje (Thaya) mit einem natürlichen Flusscharakter, typischem Vorkommen von Mäandern und toten Armen und erhaltenem weiträumigen Komplex von Auewäldern und Wiesen. In der Aue kommen viele seltene Tierarten vor, zum Beispiel Rotbauchunke, kleiner Fisch Bitterling oder Fledermaus Kleine Hufeisennase. Unter Schutz stehen hier auch viele Insektenarten, zum Beispiel Großer Eichenbock, Eremit und Scharlachkäfer.

Gebiet der gemeinschaftlichen Bedeutung Soutok-Podluží
der weiträumigste Komplex von Auenwäldern, Wiesen und Sümpfe auf dem Unterlauf der Flüsse Morava (March) und Dyje (Thaya). In den Bedingungen der Tschechischen Republik ist dieser jedoch auch dank der Qualität des Bestandes der Hartholzaue einzigartig, der hier überwiegt. Typisch für dieses Gebiet sind trockenere, nicht überschwemmte Reste von alten Flussterrassen und Windwehen, die über das Umgebungsgelände emporsteigen und weichen damit von der Umgebung sowohl biologisch, als auch mit den Bodenbedingungen ab. Ein bedeutendes Element stellen hier ebenfalls die überschwemmten Wiesen dar. Durch den Komplex vom Wald- und Wiesenbestand kreuzt eine Reihe von Wasserkanälen mit der zahlreichen Wasservegetation und den häufigen gefährderten und geschützten Tierarten, u.a. Donau-Kammmolch, Fischotter oder Europäischer Biber.

Gebiet der gemeinschaftlichen Bedeutung Hodonínská Doubrava
– ein Komplex von aussergewöhnlich abwechslungsreichen Arten der Auenwälder, der von einem imaginären Dreieck mit den Orten Mutěnice, Hodonín und Dubňany an den Spitzen abgesteckt wird. Die Wälder zeichnen sich durch einen hohen Anteil vom wärmeliebenden Eichenbestand aus, der auf dem Sand wächst. Hier erscheinen geschützte Pflanzenarten, wie z.B. Sumpf-Siegwurz, Bunte Schwertlilie oder Sand-Federgras. Man findet hier auch seltene Tierarten, z. B. Mopsfledermaus, Rotbauchunke und geschützte Insektenarten – Hirschkäfer und Russischen Bär.

Gebiet der gemeinschaftlichen Bedeutung Očov
in der abgeholzten landwirtschaftlichen Gegend ragt diese Lokalität zwischen Hodonín und dem Fluss Morava (March) mit einigen hunderten des Auenwaldes hervor; hier sind Hart- sowie Weichholzauen und überschwemmte Wiesen mit Vorkommen von gefährderten und seltenen Pflanzen wie Kanten-Lauch, Schwarzährige Segge oder Niedriges Veilchen vertreten. Hier kommt auch der Karpfenfisch Bitterling vor, dessen Fortpfl anzungsverhalten völlig an die Anwesenheit von Süsswassermuscheln angeknüpft ist, in denen es zur Befruchtung der Eier und zum ersten Wachsen der Brut kommt.

Gebiet der gemeinschaftlichen Bedeutung Čejkovické Špidláky die Lokalität wird vom Steppengras mit einer reichen Vertretung der Arten der wärmeliebenden Gräser gekennzeichnet, unter denen man eine Reihe von insbesondere bedrohten und geschützten Pflanzenarten findet. Hier wächst auf einem von nur drei Orten im unseren Land, Waldsteppen-Beifuß und man entdeckt hier auch den Tatarischen Meerkohl, der aufgrund seiner interessanten Art der Samenausbreitung auch Steppenläufer genannt wird. Nach der Samenreife werden die vertrockneten Pflanzen vom Wind losgerissen und rollen über weite Strecken, wobei die Samen ausfallen. Der Steppencharakter der Lokalität passt auch dem seltenen Laufkäfer, der hier auch vorkommt.

loga