Zum Kolorit jeder Region oder Gegend gehören Persönlichkeiten, die hier geboren wurden oder dorthin umzogen und Gefallen in den dortigen Orten fanden.
Der ebene Südteil der weinreichen mährischen Slowakei ist keine Ausnahme. Es stellt sich jedoch die Frage, wer eigentlich unter die „Berühmten“ eingeordnet werden soll. Natürlich diejenige, die im guten Sinne des Wortes in Kenntnis der Gesellschaft genommen wurden; diejenige, die in vielen Richtungen ihre Umgebung übertrafen, diejenige, den die überregionale Medien eine ausreichende Aufmerksamkeit widmeten ... Aber was zum Beispiel die Hunderte von hiesigen, im Rahmen der ganzen Tschechischen Republik, geschweigen von Europa, bestimmt „Namenlosen“, jedoch in ihren Gemeinden und der breiten Umgebung sehr gut bekannten Volksschöpfern und Sängern, heimatkundlichen und völkerkundlichen Arbeiter, Veranstalter der Folklore- sowie weiteren Kulturveranstaltungen, Spitzenwinzern usw..? Eben sie bilden die Seele der Landschaft. Eben sie sind daran beteiligt, dass die Regionen Podluží und Hodonínsko so herrlich sind und man hier die Vorväter und Traditionen nicht vergisst. Dennoch lesen Sie hier ihre Namen nicht. Die Menge wäre etwas ermüdend. Übrigens, einige davon sind zusammen mit den weiteren regionalen Persönlichkeiten, die mit dem Schulwesen, der Literatur, klassischen Musik, bildenden Kunst, Kirche, Medizin oder dem antinazistischen Widerstand verbunden sind, im Text zu den einzelnen Gemeinden aufgeführt, woher sie stammten oder stammen, wo sie lebten oder leben.
Einige Namen der – vielleicht – wichtigsten Personen mit ihrem Ursprung aus Podluží und Hodonínsko sollten jedoch ertönen...
Die bedeutendste Person ist unter diesen unbestritten die vertraut bekannte, bis monumentale Person von Tomáš Garrigue Masaryk (1850 - 1937), des Landsmannes aus Hodonín. Der zukünftige Philosoph, Pädagoge und vor allem Staatsmann wohnte in der oben genannten Stadt (und auch in Mutěnice und Čejč) in der frühen Phase seines Lebens, die glücklichsten Jahre seiner Kindheit, von sechs bis elf Jahre Alter, verbrachte er in dem unweiten Ort Čejkovice. Es ist schwierig, noch etwas Weiteres zum vielmal beschriebenen Leben und Werk des ersten tschechoslowakischen Präsidenten hinzufügen. Er weigerte sich nicht, gegen die überwiegende Meinung in der Gesellschaft aufzutreten, z.B. bei dem Streit über die Echtheit der Königinhofer und der Grünberger Handschriften oder im Fall Hilsner aus Polná mit antisemitischem Verfahren, er unterwarf sich keinen Authoritäten und paradoxerweise wurde er zu einem der ersten Männer unseres erneuerten Staates. Ende des 19. Jahrhunderts wurde er abgelehnt, zur Zeit der ersten Republik unkritisch verherrlicht, während des kommunistischen Regimes programmmäßig aus den Gedanken des Volkes verdrängt, und erst seit dem November 1989 mehr wahrheitsgemäß betrachtet – also als Mensch und Politiker mit seinen Vor- und Nachteilen. Ja, es gab auch die letzt genannten, z. B. als Präsident konnte er nicht immer überparteiisch sein.Die Positiven, insbesondere die unerschütterliche Moraleinstellung, überwiegten jedoch eindeutig.
Und noch eine merkwürdige Geschichte ist mit der Person TGM verbunden. Diese ist jedoch aus seinem Geburtsdatum ersichtlich, man wird sich dieser Sache jedoch nicht sehr bewusst: Der wichtigste Lebensabschnitt wartete jedoch auf ihn erst in seinem Alter von 68 Jahren, wobei der das Schicksal des Staates mit einem sehr markanten Maß noch weitere 17 Jahre lang bestimmte, also in einer Lebensetappe, wo die meisten Leuten sich aus der aktiven Tätigkeit in der Gesellschaft zurückziehen. Masaryk bewies, dass das körperliche Alter noch lange nicht maßgebend sein muss.
Zu Čejkovice bekennt sich mit seinem Ursprung der Philosoph, katholische Theologe, Prosaiker und insbesondere Essayist, sowie der Gefangener des ehemaligen Regimes, Dominik Pecka (1895 – 1981). Von seinen sehr zahlreichen Werken wähle ich mindestens seine Werke „Aus dem Notizbuch des alten Professors“ und „Aus dem Notizbuch der Eitelkeit“. Man kennt wohl die Lieder „Weißer Wein“ oder „Auf dem weiten Feld steht ein kleiner Brunnen“. Und man hält diese für die Volkslieder. Ihr müsst wissen, dass sie nur volkstümlich wurden, da sie einen Verfasser haben, der dank seiner Bescheidenheit diese lange Zeit nicht gestehen wollte. Sowie die vielen Anderen. Man redet über František Hřebačka (1912 – 1970), der mehr als Fanoš Mikulecký bekannt ist. Dieser Zimmermaler, Komponist, Veranstalter des Folklorelebens in der Region Podluží, Mitgründer der völkerkundlichen und heimatkundlichen Zeitschrift Malovaný kraj („gemalte Gegend“) und die Hauptfi gur aus dem Film Die Oper im Weinberg stammte aus Mikulčice.
Im Kampf gegen den Nazismus zeichnete sich aus und nach der Ausgabe des Buchs von Radomír Kunc Clay-Eva ruft London kam der Leiter der erwähnten tschechoslo wakischen Luftlandetruppe, die aus England geschickt wurde, in einen größeren Bekanntheitsgrad, der auch in de südmährischen Slowakei tätig war der Unteroffi zier Aspirant Antonín Bartoš (1910 – 1998) aus Lanžhot.
Einen erheblichen Ruhm dank den Ausstellungen in Ausland gewann die feine Schönheit der Zwirnbilder der führenden Textilgrafi kerin Anna Netíková (1917 – 1999) aus Rohatec.
Der Landsmann aus Ratíškovice, Václav Frolec (1934 – 1992), war Professor der europäischen Ethnologie auf der Philosophischen Fakultät der gegenwärtigen Masaryk-Universität in Brünn, u.a. Verfasser von einigen populärwissenschaftlichen Büchern (z.B. Weihnachten in der böhmischen Kultur, Einfache Schönheit), die mit ihrer Bearbeitung für die Fachleute sowie Laien verständlich sind..
Zu den Legenden des Volksgesangs in Podluží gehört bestimmt Josef (Jožka) Severin (1916 – 1991) aus Tvrdonice, dessen Namen auch die bekannte Zimbelmusikkapelle für ihren Namen benutzte.







