Die Region Podluží und die Mikroregion Hodonínsko, das Gebiet zwischen den Städten Hodonín und Breclav, zählen zu den sehr interessanten und altertümlichen völkerkundlichen Regionen. Der geräumigste Teil dieser Gegend wird von jeher Podluží genannt. Der Name wurde von dem typischen Merkmal der hiesigen Landschaft - von den stehenden Gewässern, hier „luže" genannt, abgeleitet. Podluží ist also eine Landschaft unter den Auenwäldern an der südlichsten Spitze Mährens auf dem rechten Ufer des Flusses March (Morava) vor dem Zusammenfluss mit dem Fluss Thaya (Dyje). Abwechslung und Vielfalt verleihen auch die Gemeinden der Nachbarregionen der südmährischen Slowakei - Cejkovice gehört in das Gebiet der hannakischen Slowakei, Ratíškovice und Dubnany stellen die Region Kyjovsko dar und nicht zuletzt die eigenständige Gemeinde Rohatec. Was jedoch bis heute am meisten mit diesen Regionen verbunden ist, sind eben die reichen Traditionen der Volkskultur. Warum soll man also kommen, und was bieten die hiesigen völkerkundlichen Regionen?
„Zarážání hory" („Weinbergschließen") ist eine alte Winzertradition. Die Männer bringen auf ihren Schultern den „Berg" - einen entrindeten Stamm, bei dem auf seinem Wipfel ein Strauß aus neun Blumen befestigt ist. Dieser wird dann in die vorab ausgegrabene Grube eingesetzt, was ein Zeichen dafür ist, dass keiner die Weinberge bis zur Weinlese betreten darf. Eine Ausnahme stellen schwangere Frauen, Kinder und „hotaři" - die Wächter dar, die in der Vergangenheit große Kompetenzen hatten, als das Weinbergrecht galt. Die Feste finden von Mitte August bis Mitte September statt. Diese finden z.B. in Moravský Žižkov, Čejkovice, Prušánky oder Josefov statt..
Zu den traditionellen Winzerfesten gehört das Weinlesefest. Heutzutage meistens ein Kulturprogramm; es umfasst bei dieser Gelegenheit den Auftritt von Folkloreensembles, Blasmusikkapellen und vor allem die Verkostung von Wein und Heurigen. Dieses findet im September in Prušánky statt, aber auch in weiteren Orten der Region.
Nicht nur die Winzer erwarten mit Spannung den Festtag des hl. Martin. Am 11. November werden nämlich die ersten Weinflaschen aus der herbstlichen Ernte geöffnet. Und wenn der junge Martinswein gut gerät, bedeutet das, dass der ganze Jahrgang hochwertig ist. Das St. Martinsfest war also die Zeit des guten Essens, Trinkens und des Bacchanals, was übrigens bis zur Gegenwart erhalten blieb, wenn die Leute im Spätherbst die Weinverkostung sowie die Gelegenheit gerne nutzen, sich zu unterhalten und sich mit Freunden zu treffen. Teilnahme z.B. im November in Moravská Nová Ves möglich.
Ein bedeutendes Ereignis ist auch die Weinweihe. Diese findet alljährlich am Festtag des hl. Johannes Evangelisten (27. Dezember) statt, dem seine Feinde vergifteten Wein verabreichten. Das Gift verlor jedoch nach der Segnung des Heiligen seine Wirkung. Empfehlenswert ist wieder die Gemeinde Moravská Nová Ves (26.12.).
Damit es möglich ist, den Wein dort zu trinken, wo er reift und wo er eigentlich zu Hause ist, dienen die Tage der offenen Keller. Historisch haben sie ihre Quelle im traditionellen Rundgang durch die Keller und der Weinverkostung durch die Winzer und ihre Freunde. Das neuzeitliche Konzept geht von den Bemühungen aus, diese Möglichkeit der Auswahl aus der bunten Weinkollektion allen zu eröffnen. Die magische Atmosphäre der in der einmaligen Landschaft Südmährens vorhandenen Weinkeller steigert noch diese Eindrücke... Geöffnet für Sie durchlaufend in allen Weingemeinden beider Regionen.
Das bedeutendste Folklorefest und das hauptsächliche Gesellschaftsereignis des Jahres ist jedoch in jeder mährisch-slowakischen Gemeinde die Trachtenkirchweih. Ihr Höhepunkt wird fast immer auf den nächstmöglichen Sonntag zum Tag des Heiligen gelegt, dem die hiesige Kirche geweiht wurde. In Südmähren feiert man fast überall; der Ablauf, die Trachten sowie der Veranstalter dieser Feier in den einzelnen Gemeinden sind jedoch geringfügig unterschiedlich. Fast ausschließlich sind für die Kirchweih die Kirmesburschen und die Dorfjugend zuständig. Jedes Jahr werden zwei Kirmesburschen gewählt, wobei jeder sein Kirmesmädchen und einen Kellner und seine Kellnerin hat. Für die Kirmesburschen und die Dorfjugend beginnt die Vorbereitung bereits einige Wochen vor dem Fest, man beschafft zum Beispiel den Kirchweihbaum. Die Kirchweih beginnt dann an den letzten Arbeitstagen vor dem Kirchweihsonntag, wo vielerorts der oben genannte Kirchweihbaum manuell aufgestellt wird. Am Freitag und Samstag werden der Kirchweihplatz, das Tanzparkett und andere Erfordernisse vorbereitet, die zur Zufriedenheit aller Teilnehmer erforderlich sind. An beiden Tagen feiert man abends auch bei Zimbelmusikkapellen, beim männlichen Singen oder neuerdings auch in der Disko. Am Hauptfesttag wird die Musikbegleitung von der Blasmusikkapelle durchgeführt. In einigen Gemeinden findet die Kirchweih natürlich nur am Sonntag statt, in den anderen setzt sich diese jedoch bis Mittwoch fort, wobei jeder Tag sein traditionelles Szenario hat (am Montag ist das z.B. Männerfest, der Dienstag steht im Zeichen des Mädchenfestes). Eine Woche nach der Kirchweih folgt das Fest „hodky", das dieses Volksfest beendet. Es wird von Juni bis November gefeiert.
Einen Besuch wert sind bestimmt auch die Trachtenbälle, die im Januar und Februar in den meisten Gemeinden durch die Dorfjugend in Trachten veranstaltet werden, der das Vortanzen gehört. Natürlich können auch Gäste ohne Tracht an dem Ball teilnehmen.
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Die größte Schau von Trachten, der Volksmusik sowie der Beispiele von altertümlichen Gebräuchen und Traditionen der südmährischen Slowakei sind die völkerkundlichen Feste Podluží v písni a tanci (Podluží im Lied und Tanz) in Tvrdonice. Seit 1946 findet jeweils am ersten Wochenende im Juni das Zusammentreffen aller Generationen der Liebhaber der Folklore im hiesigen völkerkundlichen Gelände statt, wo alljährlich fast eintausend Mitwirkende wechseln. Das Grundszenario steht fest: Am Freitag sind die Blasmusikkapellen im Areal; der Samstag ist für die Konzerte der Kinderensembles, für den Umzug der völkerkundlichen Kinderensembles und für den Wettbewerb im Singen und Tanzen um das „Kirmesburschen-Recht" vorbehalten; der Sonntag steht im Zeichen der feierlichen heiligen Messe und der anschließenden Versammlung er auswärtigen Dorfjugend in Trachten auf dem von Pferden gezogenen Wagen, dann folgt das Hauptprogramm, in dem die Ensembles und mährisch-slowakischen Zirkel aus der Region Podluží und die Gäste aus den anderen Regionen, sogar aus dem Ausland auftreten. Hier kann man auch z.B. „verbunk" sehen, den männlichen improvisierten Solotanz - Springtanz mit einer jahrhundertealten Tradition, vom Singen begleitet, dessen Anfänge in das 18. Jahrhundert zurückreichen, wo dieser von jungen Rekruten getanzt wurde. Dieser Tanz ist in der Liste des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO eingetragen.
Überblick der Veranstaltungen
| Čejkovice |
Mai: Weinmärkte August: Kirchweih September: Winzerfest Zarážání hory |
Mikulčice | Juni: Festival der offenen Keller Juli: Kyrill-Method-Kirmes August: Kirchweih |
| Dolní Bojanovice |
März: Frühlingsmusikfestival Juni: Fronleichnam – Kirchenfest September: St. Wenzelsfest |
Moravská Nová Ves | Mai: Tag des Volkshandwerks Juli: Tag der offenen Keller und St. Jakobfest |
| Dubňany |
April: Zusammentreffen von männlichen Sängerchören August: Unter dem mährisch-slowakischen Weinberg – Schau von Blasmusikkapellen Oktober: Kirchweih |
Moravský Žižkov | Februar: Öffentliche Schweineschlacht mit Probe August: Kirchweih Dezember: Weihnachtskonzert,Weihnachtslieder singen |
| Hodonín |
März: Rosmarinkränzchen von Fanoš Mikulecký Juli: Wasserreich August: St. Laurentiusfest September: Weinfest |
Nový Poddvorov | Juni: Tag der offenen Keller |
| Hrušky |
Juli: Tag der offenen Keller August: Kirchweih mit Trachten |
Prušánky | Januar: Trachten und Männerball August: Kirmes |
| Josefov |
März: Frühlingsfest Smrtnica Juli: Kirchweih mit manueller Aufstellung des Kirchweihbaums September: Winzerfest Zarážání hory |
Ratíškovice | Mai: Singen unter Náklo Juli: Internationales Festival von Blasmusikkapellen Oktober: Kirchweih |
| Kostice | Januar: Trachtenball Oktober: Kirchweih mit manueller Aufstellung des Kirchweihbaums |
Rohatec | Mai: Kinderfolklorefestival August: Kirchweih |
| Ladná | Februar: Trachtenball September: Kirchweih |
Starý Poddvorov | Juni: Kinder-Kirchweih in Trachten August: Kirchweih September: Kürbiswochenende |
| Lanžhot | Februar: Fasching August: O lanžhotský pregulnák – Zusammentreffen von Volkserzählern September: Kirchweih mit manueller Aufstellung des Kirchweihbaums |
Tvrdonice | Juni: Podluží v písni a tanci – völkerkundliches Fest September: Kirchweih |
| Lužice | Februar: Faschink Juli: Holz-Stein – Bildhauersymposium und Kyrill-Method-Kirmes |
Týnec | Januar: Trachtenball September: Kirchweih November: Tanzkränzchen „Dívcí vínek“ |









