01Die Erhaltung von reichen Volkstraditionen sowie das Tragen der Trachten sind unabdenkbar mit dem Glauben verbunden. Eben die Kirchenzeremonien und Feste festigten seit Jahrhunderten ihre Existenz und die Änderungen nach dem Jahr 1989 trugen zu ihrer teilweisen Erneuerung bei.

Ihren festen Platz fanden wieder die Prozessionen im Rahmen des alljährlichen Brauchtumzyklus, die bei der Angelegenheit des Festes Fronleichnam im Mai stattfi nden. Man fängt mit einer Heiligen Messe an, dann folgt die Prozession mit Baldachin, wo die Kranzjungfern in weißen Kleidern die Körbchen mit Blumen und die Altgesellen die Kirchenfahnen tragen. Die Prozession hält bei vier Altären und bei jedem Altar liest man einen Teil der vier Evangelien. Diese Prozession fesselt die Aufmerksamkeit hauptsächlich mit der einzigartigen Vielfalt der Festtrachten bei den Ledigen in der ganzen mährischen Slowakei, insbesondere die Mädels sind mit den herrlichen, von Hand gestickten Zeremonientücher geschmückt, die über die Kopfbekleidung umgebunden werden.

Einzig in seiner Art ist das Geisterlebnis – das Fest Herz Gottes in Dolní Bojanovice, wo ein Trachtenfestzug unter Gesang und Musikbegleitung durch die gepfl egte und mit Fahnen geschmückte Gemeinde geht.

Bis heute finden ebenfalls die erneuerten Wallfahrten für die Gläubigen im katholischen Kalender ihren Platz in der mährischen Slowakei. Ein ursprünglicher Wallfahrtsort befindet sich auch in der Region Podluží, und zwar in der Gemeinde Týnec. Seit dem Jahr 1680 gehen die Prozessionen, am Festtag der Enthauptung Johannes des Täufers (29. August) in die hiesige Kirche zum Wunderbild der Jungfrau Maria zu beten. Zur Zeit des größten Ruhmes am Ende des 19. Jahrhunderts besuchten es bis zehntausend Pilger in Trachten und die ledige Dorfjugend in Trachten besucht diese Kirmes auch in der Gegenwart (heutzutage unabdenkbar mit dem Kirchweihfest verbunden). Achtung genießt auch die massive Eiche am Ende der Gemeinde, deren Alter man auf 400 Jahre schätzt. Hier ist ein Marienbild aus dem Jahr 1859 angebracht. Seit Ende des 19. Jahrhunderts steht unter diesem Baum eine Kapelle, die mit Ornamenten aus Podluží verziert ist und im Jahr 1891 zu Kosten von Šimon Kučera und Františka Kučerová gebaut wurde und bis dato von den Nachkommen sowie anderen Gläubigen gepfl egt wird. Auch bei dieser Kapelle nehmen die Passanten kurze Andachten vor.

Eine neuere Tradition (seit dem Jahr 1990) hat der andere Wallfahrtsort in der Region, die Gemeinde Mikulčice. Die Kyrill-Method-Kirmes zur Ehrung von mährischen Glaubensboten des hl. Kyrill und Method findet an ihrem Namenstag – 5. Juli im Gelände der Slawischen Burgstätte statt. Das Highlight der Kyrill-Method-Kirmes ist die Dorfjugend in Trachten, die bis ungefähr ein Hundert Teilnehmer umfasst, wobei die Garden aus den einzelnen Gemeinden in Podluží alljährlich die Führung der Kirmes wechseln.

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