01Das Können, die Geschicklichkeit und das Gefühl für die Ausgewogenheit des Ornamentes zeigten sich in allen Branchen der bildenden Volkskunst in der mährischen Slowakei und beeinfl ussten auch die Handwerke.

Obwohl Vieles der traditionellen Sachen zugrunde ging und die handwerklichen Produkte bereits vollständig mit serienmäßig hergestellten Gegenständen ersetzt wurden, kann man bis heute die Exemplare dieser wertvollen Kunstproduktion in der Region der unteren mährischen Slowakei finden, insbesondere aus dem Bereich Schnitzerei, Malerei und Dekorateuergewerbe. In der offenen Landschaft entdeckt man altertümliche geschnittene Kreuze, dank der ständigen Pflege der sorgfältigen Malerinnen werden die Ornamentalgemälde der Martersäule und Kapellen sowie die gemalten Vorbauten der Gebäuden oder Weinkeller alljährlich erneuert. Der Besucher kann sich die einzigartigen gemalten Bauerntruhen und die andere Ausstattung des traditionellen Inneren in einzelnen Gemeindemuseen ansehen. Das größte Volkskönnen wird in den mit immer lebhaften und angezogenen Volkstrachten erhalten, worauf großes Verdienst die Trachtenschneider, Schuhmacher, Stickerinnen, Malerinnen der Schleifen sowie die ganze Reihe der Frauen haben, die bisher die Trachtenteile waschen, stärken, bügeln, zusammenfalten und die Anzuziehenden schließlich auch richtig ankleiden können. Im Kataster der Gemeinde Dolní Bojanovice kann man einen einzigartigen Komplex der geschnittenen Holzkreuze von František Vymyslický (1841 - 1933) bewundern, des Landesmannes aus dieser Gemeinde. Die Arbeit des in seinem Geburtsort geehrten Herrn Vymyslický wurde zum Höhepunkt der Volksschnitzerei in der Region Podluží. Das Zentralkreuz auf dem Friedhof in Bojanovice wurde im Jahr 1905 gefertigt und seine Höhe beträgt die beachtenswerten 6,5 Meter. Davon sind ungefähr 5 Meter mit den ausgeschnittenen biblischen und liturgischen Motiven bedeckt, die die aufmerksamen Besucher auch auf anderen Kreuzen finden. Der tiefgläubige Holzschnitzer erinnerte somit an die Geschichte von Adam und Eva bei dem Erkenntnisbaum, die Darstellungen des Kreuzweges mit den einzeln dargestellten Werkzeugen der Leiden Christi, Symbole für die Kirche und den Glauben – den Kelch mit Oblate, die Weintraube und andere. Die Auswirkung der Schnittmeisterschaft wird durch die Farbigkeit erhöht, die mit der neuerlichen Instandsetzung erfrischt wurde, und dank seinen unbestrittenen Werten wird das Kreuz als ein unbewegliches Kulturdenkmal erfasst. Das zweite Kreuz vom Volksschnitzer Vymyslický befindet sich vor der Kirche des hl. Wenzel und das dritte findet man am Feldweg in die Weinkeller im Viertel Cacardov.

Die Volksmotive und Trachtentradition erscheinen auch in den Kompositionen der Weihnachtskrippen. Podluží, übrigens wie die ganze mährische Slowakei, gehört nicht zu den typischen Zentren der Weihnachtskrippenherstellung, jedoch trotzdem kann man die einzigartigen Gruppen in der Region finden.

loga