Ort
Die Gemeinde Dolní Bojanovice liegt in einem Weingebiet Südmährens etwa 8 Km westlich von der Kreisstadt Hodonín. In Dolní Bojanovice leben zur Zeit 2897 Einwohner. Die Ansiedlung wurde zum ersten Mal im Jahre 1196 in einer Spendeurkunde erwähnt. Der Weinbau wurde zuerst im Jahre 1738 schriftlich dokumentiert. Von einem ausgezeichneten Ruf des Rieslings aus Bojanovice zeugt auch die Tatsache, dass er auch auf dem Kaiserhof in Wien getrunken wurde. Am meisten beeinflussen jedoch die ganze Region Podluží die Leute, die dort leben. Sie haben meist eine feurige Natur und einen scharfsinnigen Geist, sind konservativ, pflegen alte Sitten und Bräuche, tragen üppige Trachten und sprechen eine alte Mundart.
Nur wenige Gemeinden sind dank ihrer Volkskultur so berühmt wie Dolní Bojanovice. Bekannt ist vor allem das St. Veits - Kirchweihfest und die Weinlese. Eine langjährige Tradition haben auch der St. Veits-Chor und das Orchester, die Blasmusikkapellen wie „Bojané“, „Šohajka“, „Bojanovská šestka“, „Liduška“, Zymbalkapellen wie „Morava“, „Zádruha“ und „Grajcar“, Folkgruppen „Modrá pečeť“ und „Želví nervy“ sowie die Rockgruppe „Orchidei“. In der Gemeinde gibt es eine Kunstschule, die von 270 Schülern besucht wird. Seit etwa 4 Jahren gibt es hier auch eine Laienspielgruppe. Jedes Jahr im Frühling wird ein Musikfestival veranstaltet, wo die Liebhaber der klassischen Musik vielen sowohl erstklassigen heimischen als auch erstklassigen ausländischen Künstlern zuhören können. Zur traditionellen Volkskunst in der Gemeinde gehört vor allem die Schnitzerkunst. Es gibt hier drei denkmalgeschützte Holzkreuze. Ein Holzkreuz aus Dolní Bojanovice ist sogar im Nationalmuseum in Prag zu sehen.
Wienbau
Dolní Bojanovice gehört zum Weinbaugebiet Mähren, Unterbezirk Slovácko (Mährische Slowakei). Die Anfänge des Weinbaus in der Gemeinde sind (erste schriftliche Erwähnungen) ist im 16.-17. Jahrhundert datiert. Aus Dolní Bojanovice stammt ebenfalls die älteste erhaltene historische Weinpresse in der Umgebung von Hodonín aus dem Jahre 1621. Die Weinbergfläche liegt derzeit bei ca. 100 ha.
Für die Weinproduktion und -lagerung dienen „búdy“ (Häuschen) – Weinkeller, die der Stolz jedes Winzers sind. Im 17. Jahrhundert wurden am oberen Gemeindeende zwei herrschaftliche Keller errichtet, die eine der größten in Böhmen und Mähren sind. Sie bewunderte im Jahre 1992 der bekannte Reisende Miroslav Zikmund.
Im Jahre 1905 wurde in Dolní Bojanovice die Weinbaugenossenschaft „Zádruha“ gegründet, es war die erste Genossenschaft dieser Art im Kreis Hodonín und im ganzen böhmischen und mährischen Gebiet.In der Gemeinde sind derzeit etwa 230 Winzer tätig. Die meisten von ihnen haben die Kunst der Weinerzeugung geerbt oder von ihren Vorfahren übernommen und produzieren ausschließlich für den eigenen Bedarf. Interessant sind die Namen der Weinpfade Haluzky, Hora holčická, Ochoze, Zvolence, Vrance, Myšince, U Kyjovské cesty. Zu den beliebten Weinsorten gehören Rhein- und Welschriesling, Weiß- und Grauburgunder, von den roten Weinen sind es dann St. Laurent, die so beliebte Zweigeltrebe und der Blaufränkische.
"Zarážání hory" (Pfahleinrammen in den Weinberg) und die Feier der Weinlese gehören zu den einzigartigen Bräuchen der hiesigen Winzer. Der „Berg“-Pfahl ist ein ca. 4 m langer Stock, auf dem eine Flasche Wein und ein Kranz mit geweihtem Blumenstrauß angebracht ist. Der eingerammte Pfahl hat die Vorübergehenden vom Weiten darauf aufmerksam gemacht, dass in der Zeit der Traubenreife niemand den Weinberg betreten darf. Der Schirmherr der hiesigen Gemeinde sowie der Kirche ist der bekannte tschechische heilige Sankt Wenzel.
Sollten Sie die hiesigen Kellergassen besuchen, werden Sie sicherlich die traditionelle Ornamentierung auf vielen der Weinkeller bewundern. Sie können hier Ornamente des südlichen und nördlichen Podluží-Gebiets finden, die aus den gleichen historischen Quellen stammen, unterscheiden sich aber durch ihre Farb- und Formkomposition und vor allem durch ihre spezifische Handschrift jeder Malerin. Wenn wir die neu erbauten Weinkeller außer Acht lassen, können wir sagen, dass sich die Gassen im Grunde nach ein einheitliches Aussehen erhalten haben, denn die Eigentümer versuchten überwiegend die einheitlichen funktionellen und ästhetischen Regeln, die aus den Brauchtümern des Podluží-Gebiets hervorgegangen sind, zu respektieren.






