Moravský Žižkov

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Ort

moravsky-zizkov-01Das poetische Dorf Moravský Žižkov liegt bei Břeclav im nördlichen Teil der Mikroregion. Dieses relativ große Dorf befindet sich im flachen Tal des Baches „Prušánecký potok“. Die Gemeinde wurde im Jahre 1731 aus der Initiative des Liechtensteinischen Inspektors Maxmilián Žižka aus Břeclav gegründet. Nach ihm bekam die Gemeinde auch ihren Namen. Sie entstand auf dem Weg aus Velké Bílovice nach Prušánky, auf der Kreuzung mit dem Weg zu dem Grundherrschaftsitz Břeclav. In der Umgebung von Žižkov liegen weiträumige Obstgärten, die im Frühling die ganze Landschaft in hellen Farben erscheinen lassen. Zu dieser fruchtbaren Gegend gehören auch viele unüberschaubare Weinberge. Eine Besonderheit des Dorfes ist sein Teich, der in seiner Mitte liegt.Im Dorf befinden sich auch mehrere Kreuze aus Gusseisen oder aus Stein aus dem 19. Jahrhundert, Statue des heiligen Johannes von Nepomuk und die Kapelle des heiligen Florians, die im Dorfzentrum, verborgen im Park steht. Die gewaltigen Baumkronen, laden zur Erholung und Meditation in ihrem angenehmen Schatten. Neben dem Park steht ein majestätisches Schulgebäude, das seit 71 Jahren in Betrieb ist. Es gibt hier eine Laientheatergruppe „Šejkspír", Frauen- und Männerchor, freiwillige Feuerwehr, eine Fußballmanschaft, Jäger, Tanzgruppen usw.

Weinbau

moravsky-zizkov-02Im Kataster der Gemeinde befanden sich im Jahre 1820 465 Weinberge. Gebräuchliche Bezeichnungen der Weinlagen wie „Stará hora“ (alter Berg) sowie weiter „Hastrmanky“ (Wassermänner) zeugen von längst vergangenem Ursprung. In den letzten zehn Jahren der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte der Weinbau um das Gebiet Břeclav seinen Zenit überschritten. Es tauchte die Kategorie der so genannten wechselweisen Weingärten auf, wobei in einem 60-jährlichen Zyklus 40 Jahre auf Weinberge und 20 Jahre auf Feldwirtschaft entfielen. Weinberge waren weiterhin noch die ertragreichsten landwirtschaftlichen Böden. Ab dem 2. Viertel des 19. Jahrhunderts erschütterte die Stabilisierung der Weinpreise die Weinwirtschaft, wie auch eine Krise, hervorgerufen von biologischen Pilzschädlingen und Kleinlebewesen.

Im April 1912 kam es in Žižkov zum Auspflanzen eines Gemeindeweinberges und zur Einrichtung einer Glashausrebenschule, zu deren Bau Fürst Liechtenstein beitrug. Modifiziert wurde auch ein wenig das traditionelle Weinsortiment. Es setzte sich mehr der Sylvaner durch, welcher während der Blüte nicht so sehr abfällt, es wurde der Welschriesling und von den roten Sorten auch der Portugieser und der St. Laurentius. Anstelle der niedrigen begann man die mittlere Rebenführung an Drähten zu empfehlen.

Als sich Ende September oder im Oktober die Trauben zu füllen und zu färben begannen, zeigten sich an allen Wegen, die zu den Weingärten führten, hohe Pfähle mit Strohbuschen und Feldblumensträußen, der „Berg“ war gerammt (gesperrt) und galt von da ab als verbotenes Gelände.

Noch waren die Erinnerungen an den Kirtag nicht vergangen und schon bereitete sich die ganze Gemeinde auf die Weinberge vor. Hauptsächlich über dem Gehege unterhalb der Weinberge, wo sich in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts die heimischen Winzer Keller mit und ohne Presshäuser erbaut haben, entstand reges Treiben. Bei den Kellern, die sich in schräger Richtung nach unten zogen, wurden „Häuschen“ erbaut – Presshäuser, getrennt von den Kellern, zeitgemäß mit Fenstertüren, in denen man die Trauben presste. Diese Presshäuser wurden gewöhnlicherweise mit ungebrannten Ziegeln gebaut oder nur geweißelt, mit Strohdach eingedeckt. Sie standen in Reihe am Rande der Weingärten, entfernt vom Dorf und von Weitem erschienen sie augenscheinlich wie ein kleines Dorf, welches nach dem Grund (Weg) benannt wurde, auf dem die Weingärten angelegt wurden. In Žižkov war dies die Strecke „Podvinohradské obory“ (Gelände unterhalb der Weinberge), wo sich schon im Jahre 1893 sieben Keller befanden und in den nachfolgenden Jahrzehnten weitere hinzukamen. Die „Ausflüge“ nannte man sie, weil die ursprünglichen Eigentümer der Keller auf die Frage, wohin sie mit der „Strohtasche“ zum Weinholen gingen, antworteten: „Auf Ausflug.“ Manche Winzer hatten die Keller direkt zu Hause am Hof.

Gegenwärtig verbreiten sich ungefähr 15 Winzer in einen Verein dem so genannten Winzerverband zusammen, außerdem sind im Ort eine beträchtliche Anzahl selbstständiger Winzer unternehmerisch tätig.