Ort
Die Geschichte von Starý Poddvorov reicht bis in das 13. Jahrhundert. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahre 1209, und erinnert an den Namen „Potowariz“, der hier unter den 63 Ortschaften von Spytihněv-Gebiet erwähnt wird. Der Glockenturm bildet die Dominante der Gemeinde. Im Jahre 1857 wurde in der Gemeinde ein steinerner Glockenturm der jetzigen Form erbaut. In dem Glockenturm, der auch als Kapelle bei Feldmessen diente, wurde ein Altar errichtet. Am Platze neben dem Glockenturm stand die älteste Statue der Gemeinde, die Statue des heiligen Johannis. Heute befindet sich diese Statue auf dem Platz vor dem Tor des Friedhofes. Die Kirche wurde am 31.7.1994 von dem Brünner Bischof Msgr. Vojtěch Cikrle eingeweiht. In den letzten Jahren erneute sich in Starý Poddvorov die Tradition der „Kirchtage der Kinder in Trachten“ wieder. Die Gemeinde gehört zum mährischslowakischen Gebiet. An den Süd- und Südostabhängen gedeiht der Weinrebebau. Zu einer langjährigen Tradition in Poddvorov wurde die Veranstaltung der Ausstellung von Weinen, die jährlich Ende März stattfindet. Die traditionellen Kirchtage finden immer am ersten Sonntag im August statt. Unter den fleißigen Händen der Stickerinnen von Poddvorov wächst direkt die Schönheit der Volkstrachten. Zur Tradition gehört auch das Bemalen der Ostereier und das Auskratzen der Ornamente auf sie. Die technische Ausführung der Ornamente und auch das Färben der Eier ist ein bisschen ein Geheimnis jeder Malerin.
Weinbau
Im Hussitenkrieg wurde das befestigte Städtchen mit eigener Kirche zerstört und im 15. Jahrhundert im Tschechisch-Ungarischen Krieg völlig zu Grunde gerichtet. Potvorov wurde nach dem 30-jährigen Krieg wieder besiedelt. Die verödeten Weinberge waren vernachlässigt, um von Leuten bearbeitet zu werden. Mit Erlaubnis der Herrschaft haben sie unterhalb der bearbeiteten Weinberge begonnen, Häuschen und später auch Hütten zu bauen. Diese bauten sie auf den engen Weinbergen, die Häuser konnten sich nur senkrecht in Richtung zum Dorfplatz ausbreiten, je nach Ausmaß und Fläche der Weinberge, gemäß dem bestehenden strengen so genannten Bergrecht. Der Beiname „Alt“ hat Potvorov nach der Gründung der benachbarten Gemeinde „Neu“ im Jahre 1783 erhalten.
Das Gemeindesiegel aus dem Jahre 1779 beinhaltet in der Mitte eine Weintraube mit zwei Blättern und auf den Seiten ein Winzermesser mit umgebender Anschrift: “PECZET POCTIVI OBCE POTWOROWSKI“. Das Schreiben des Buchstabens -t- im Namen blieb bis zum Jahre 1870 erhalten, der ganze Gemeindenamen „Starý Poddvorov“ wird seit dem Jahre 1934 benutzt. Die Tradition der Weinrebenanpflanzung reicht viele Jahrhunderte in die Vergangenheit zurück, die Bewohner widmen sich vor allem dem Weinbau, wobei die Produktion aus den eigenen Weinbergen vor allem für den Eigenbedarf bestimmt ist. Die hiesigen Weinberge sind ein Teil der so genannten Mutěnicer Weinregion.
Der Hobbyweinbau übertrug sich auch auf das Organisieren von regelmäßigen Weinausstellungen, die vor allem eine Bedeutung für die Winzer selbst haben.
Derzeit befinden sich in Starý Poddvorov 54 Weinkeller entlang der „Neuen“ und 9 Weinkeller am Weg „Pod Hájenkou“. Die Weinkeller entlang der „Neuen“ sind in das System des mährischen Weinradweges aufgenommen. Das Ausmaß der Weinberge im Kataster Starý Poddvorov beträgt etwa 100 ha. Die Namen der Weinlagen sind Nové Vinohrady (Neue Weinberge), Krásná hora (Schöner Berg) und Remíze.
Laut statistischem Jahrbuch vom April 2007 sind in der Gemeinde 190 Weinbauern registriert, 3 Weinlagen und das Ausmaß der Weinberge beträgt 66,3 ha. Im Gemeindegebiet ist die Winzervereinigung „Kaiserlicher Weinberg“ tätig, dessen Marke eine Garantie für erstklassige Qualität der angebotenen Weine ist.






