Ort
Die Altertümliche Siedlung Týnec wird zum ersten mal im Jahre 1271 schriftlich erwähnt. Im Jahre 1384 wurde die Gemeinde zur Kleinstadt erhoben. Das Stadtwappen ist dank den Siegeln seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Die Gemeinde liegt in dem südlichsten Teil der Tschechischen Republik und gehört auch zur Region Podluží. Es leben hier etwa 1000 Einwohner.
Im Dorf bilden die Dominante die Kirche des heiligen Johannes des Täufers, die ein denkmalgeschützte Kulturdenkmal aus dem Jahre 1760 ist und eine Kapelle, mit einer mit Sagen verbundenen jahrhundertealten Eiche. Vor dem Schulgebäude steht das Denkmal von T.G. Masaryk und im Park das Mahnmal für die Opfer der beiden Weltkriege. Im Gemeindeteil Hradíštěk gibt es einen von Weinkellern umgebenen romantischen Markt. Im Zentrum der Gemeinde befinden sich das Rathaus und das Kulturhaus. Im Kulturhaus finden verschiedenartige Kulturveranstaltungen statt und die sportlichen Veranstaltungen werden in der schönen Fußballanlage veranstaltet. Das bedeutendste Ereignis ist das traditionelle „Kirchweihfest in Trachten“ (Ende August und Anfang September).
Weinbau
Der letzte Eintrag über den Týnecer Weinbau stammt aus dem Jahre 1633, wo man im ersten mährischen Kataster, dem so genannten Feldregister, 50 Metzen Weinberge angibt. Die Weingärten wurden zum überwiegenden Teil am südöstlichen Hang ausgesetzt, welcher sich von Týnec bis Tvrdonice und Moravská Nová Ves ausdehnt.
Die Weinberge besaßen private Landwirte und kleinere Landbesitzer. Die Weinkeller erbauten sie sich auf ihrem Grund und ihren Wohnstätten. Eine größere Konzentration von Weinkellern trat in der Zeit der so genannten „Ersten Republik“ ein, wo im Gebiet des so genannten „Velký Hradišťek“ erste Weinkeller entstanden. Bis heute sind hier 11 Weinkeller erbaut, welche gemeinsam mit der Umgebung ein Umfeld für Wein- und Kulturveranstaltungen schaffen. In Verbindung mit dieser Lokalität ist unweit ein Gässchen mit etwa 10 Kellern, „Malý Hradišťek“ genannt, entstanden.
Nach dem Jahre 1961, wo die Gärtnerorganisation gegründet wurde, haben sich die Týnecer Weinbauern in diesem Verein zusammengeschlossen. Der Verein besorgte für die Weinbauern Düngemittel, Spritzmittel, lieh Spritzen, Mühlen für Weintrauben und deren Entstielung und zu guter Letzt auch Filter.
Anhand des statistischen Jahrbuches 2006 gibt es in Týnec 110 Weinbauern auf zwei Weinfluren über eine Fläche von 45 Hektar. Der Winzerverein hat die Tradition eines regelmäßigen Zusammenkommens der Winzer in den Weinkellern eingeführt, wo sie gegenseitig ihre Weine bewerten. In den Räumen des “Velký Hradišťek“ erneuerten sie das so genannte „zarážení hory“ (Pfahleinrammen in den Weinberg, d.h. Zutritt verboten), was bei den Einheimischen auf großen Zuspruch stieß.
Im Jahre 2001 organisierte der Winzerverein eine Ausstellung von Archivweinen mit der Absicht, diese Tradition auf dem ganzen Gebiet von Podluží einzuführen. Die erste regionale Ausstellung wurde im Jahre 1987 veranstaltet, wo 1020 Weinproben dargeboten wurden, und die zweite regionale Ausstellung war im Jahre 1998, wo 1922 Proben ausgestellt wurden. Schon die dritte Ausstellung eines so großen Ausmaßes werden die örtlichen Winzer im Jahre 2008 organisieren.






